| Regy Clasen |
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Vergangenheit
„Die Reihenfolge ist wie ein Puzzle – es gibt nur ein, zwei Reihenfolgen die gut passen und die muss man finden.“ Obwohl es bei diesem Satz um die Song-Reihenfolge von „Wie tief ist das Wasser“, dem zweiten Album von Regy Clasen, ging, trifft er wahrscheinlich auch auf ihren Werdegang zu. Für Regy stand schon zum Abitur fest, dass sie etwas mit Sprache oder mit Musik machen würde. Heute ist aus dem „Oder“ ein „Und“ geworden. Regy konnte musikalisch schnell Fuß fassen und von der Musik leben. Ein erstes Soloalbum („So nah“) erschien beim Major Sony, doch es erfüllte nicht die Erwartungen des Labels.
„Richtig aufzuhören, daran habe ich auch in den schlimmsten Momenten nicht gedacht. Nach dem Sony-Rauswurf war ich eher erleichtert, die Frustration hatte ich schon durch, weil sie sich so lange Zeit gelassen hatten mit der Entscheidung.“ Ein weiterer Grund nicht aufzuhören, boten immer wieder die Briefe, Mails und Gästebucheinträge der Fans. „Ich habe soviel persönliche Post geschickt bekommen. In Zeiten des Zweifelns hat mich das dabei gehalten.“ Regy stellt die Produktion für ein neues Album auf die Beine, finanziert alles selbst, macht mit Hilfe befreundeter Musiker, die keine Gage bekommen, alles alleine. „Ich habe die ganze Zeit noch an einen Deal gedacht. Nicht bei einem Major, aber bei einem kleinen Label. Und während der Produktion habe ich mir dann überlegt: Wozu brauch’ ich ein Label? Was kann mir ein Label eigentlich noch bieten, außer mir Geld wegnehmen?“ Sie musste jedoch nicht mal ein eigenes Label gründen, sondern bekam das Angebot bei einem befreundeten Musiker – Michy Reincke – zu veröffentlichen.
Gegenwart und Zukunft
Regy Clasen hat ein Grundvertrauen, dass das Leben ihr wohlgesonnen ist. Sie ist Musikerin, lebt aber noch nicht von der eigenen Musik, sondern von musikalischen Jobs, z.B. dem Background-Singen. „In mein eigenes Album habe ich immer noch mehr reingesteckt, als ich rausbekommen habe.“ Trotzdem ist die Musik auch ihre Zukunft. Sie ist zur Zeit deutschlandweit auf Tour, möchte noch mehr Menschen erreichen. „Ich glaube, dass viele meine Musik mögen könnten, wenn sie sie erstmal hören.“ Echte Gefühle, fast keine Fiktion. „Das Album ist intim geworden.“ Und es wird gespielt. „Radio Hamburg, NDR2, Deutschlandfunk, Deutschlandlandradio und ein paar Stationen in Süddeutschland.“ Auch einer deutschsprachigen Quote für Radiostationen, wie sie zur Zeit diskutiert wird, steht Regy positiv gegenüber: „Ich bin dafür, weil ich keine Alternative sehe. Es ist schade, dass man zu solchen Mitteln greifen muss… wenn es denn überhaupt dazu kommt? Aber ich glaube, ohne Quote, wird ein Wechsel wie wir ihn brauchen nicht ohne weiteres stattfinden. Es gibt viele, die würden das heimlich sehr gerne machen, sie erzählen es ihrem Chef nur nicht oder die Senderpolitik lässt das nicht zu.“ Es wird klar Stellung bezogen, Regys Texte kreisen allerdings häufig um das Thema Liebe. „Manchmal geht es mir selbst auf die Nerven, fast nur über Liebe zu schreiben. Aber wenn du sozialkritisch schreibst, bewegst du dich auf dünnem Eis. Dann musst du eine Meinung haben und bist viel angreifbarer. Das bin ich jetzt auch auf einer persönlichen Ebene, aber über Gefühle kann man nicht diskutieren.“ In der Diskussion soll also erstmal nur ihre Musik bleiben – ein Konzept für eine Single wird gerade erarbeitet.
Zeitloses
„In den besten Momenten ist es Inspiration, dann ist es auch keine Arbeit“, spricht Regy über das Entstehen ihrer
Musik. Zu Textideen und Melodie sagt sie: „Ich hab’s im Ohr und suche es auf den Tasten!“ Und obwohl ihre tiefsten Stücke auch die traurigsten sind, ist sie zur Zeit glücklich. „Es ist wichtig glücklich zu sein, sonst verliert man die Kraft. Bei mir ist es ein gutes Maß an allein sein und gemeinsam sein.“ Regy möchte Tiefe als Seelentiefe verstanden wissen. „Das, was mich an Menschen interessiert, ist wieviel sie von sich preisgeben.“ Sie selbst gibt viel von sich preis. Sie ist persönlich in den Texten, herzlich zu den Fans, treu in der Liebe zur Musik. Und sogar ihr Mikrofon passt irgendwie perfekt zum Albumtitel: „Es rauscht mehr als andere, aber das Rauschen klingt edel.“
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