Wellness Wochen
They're trying to make me go to rehab...
Da ich im letzten Jahr krank war, spendierte mir meine liebe Krankenkasse eine Rehabilation, von der ich aktuell in kleinen Erfahrungshäppchen berichten möchte. Kur sage man im Übrigen nicht mehr, erklärte der Chefarzt bereits bei der Begrüßung. Ich bin also nicht "zur Kur" und erst recht nicht "auf Kur" - auch wenn ihr Leser alle "auf Arbeit" sein solltet!?
Da ich nur das Fahrrad meiner Oma besitze, wurde ich netterweise von einem Fahrdienst vor der Haustür abgeholt. Der Zivi donnerte im Strandklinik-Van mit 180 Sachen über die Autobahn und bereitete mich so auf das zu Erwartende vor: Der Altersschnitt liege bei "Tod und älter". Und er hatte recht. Insgeheim hatte ich auf Psychos gehofft; durchgedrehte Promis, Alkis und lustige Hero-Junks auf Entzug. Fehlanzeige.
Die psychologische Betreuung komme für mich auch nur in Frage, wenn ich aus dem Leben geworfen wurde, nicht mehr klarkäme oder eine Macke habe, weil sie nicht einen Hirntumor, sondern den kompletten Frontallappen entfernt hätten. Die Psychologen des Hauses würden nur bei konkreten Problemen ansetzen. Zu schade, dachte ich und vergaß dabei, Adrian Monk zu mimen.

Die Aufnahme-Untersuchung beinhaltete neben der obligatorischen Blutentnahme (gefühlte zwei Liter in zwölf verschiedene Röhrchen) die körperlich-technische Datensammlung: Größe, Gewicht, Blutdruck, Reflexe, Bewegungsspektrum. Und ein Eingangs-EKG. Wer EKGs kennt, weiß, dass dabei Elektroden mit Saugnäpfen - nennen wir sie Nupsis - an einem befestigt werden, die bei mir, Klaus Käse (sprich: Mensch mit blasser Haut), tagelang als Abdruck bleiben. Die sind so schlimm wie Knutschflecken in der Pubertät.
Nach dem besprochenen Reha-Plan und der eindeutigen Zurückweisung des Frühsports (Walking noch vor dem Frühstück, welches bereits um 7 Uhr eingedeckt ist), durfte ich mein Zimmer beziehen. Kurz darauf vernahm ich bereits ein erstes Japsen, vermeintlich aus einem der Nebenzimmer. Es stellte sich jedoch heraus, dass das Geräusch kein Krankheitsbild verdeutlichte, sondern lediglich von gegenüber kam. Und als ich aus dem Fenster blickte, sah ich meine neuen Nachbarn für die nächsten drei Wochen: Zwei Ziegen. Auf die Gesundheit! Määähähä!